Häufige Fragen

Warum habe ich eine Zahnfehlstellung?


Vielleicht haben Sie diese geerbt. Wenn zum Beispiel Ihr Vater grosse Zähne hat und Ihre Mutter einen schmalen Kiefer, kann ein Kind einen zu kleinen Kiefer für die grossen Zähne erben. Schlechte Gewohnheiten wie Fingernägelbeißen, Daumenlutschen, Zungenpressen oder Mundatmung können ebenfalls eine Fehlstellung der Zähne sowie Erkrankungen der Atemwege verursachen. Dies kommt davon, dass der ständige Druck auf die Zähne und Kieferknochen diese langsam aus der richtigen Stellung drückt; Zähne und Kiefer sind nicht so stabil, wie viele denken.

Warum soll ich meine Zähne regulieren lassen?


Oft haben falsch zusammenbeißende Zähne große Auswirkungen auf Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden, Konzentrationsmängel, Ohrgeräusche,Knie-/Knöchelprobleme, Stimm- und Magenprobleme. Schief stehende Zähne sehen nicht gut aus und können Speisepartikel einschließen; diese verursachen Plaque, welche Karies und Zahnfleischerkrankungen verursachen können. Zusätzlich kann eine Zahnfehlstellung die Kaufähigkeit einschränken, wodurch die Nahrung nicht sorgfältig genug zerkleinert werden kann und es zu Verdauungsproblemen kommen kann. Manchmal sind schiefstehende Zähne sogar die Ursache von Sprachproblemen.


Was ist Kieferorthopädie?


Kieferorthopädie ist ein Fachbereich der Zahnmedizin, der sich mit dem Ausformen von Zähnen und der Wachstumsbeeinflussung von Gesichtsknochen beschäftigt. Der Kieferorthopäde verwendet individuell angefertigte Geräte wie z.B. Bänder, Brackets, Drähte, Headgears, Gummis und herausnehmbare Geräte, um einen konstanten Druck auf die Zähne wirken zu lassen. Dieser Druck führt die Zähne und Muskeln kontinuierlich in die ideale Position.

Was kann ich von einer kieferorthopädischen Behandlung erwarten?


Als erstes wird der Kieferorthopäde Ihre Zähne, die Kiefer und das Gesicht untersuchen. Falls Sie einen unregelmässigen Biss haben, wird der Kieferorthopäde diesen genauer analysieren. Dazu muss der Behandler die Zähne, Kiefer und den Kopf aus verschiedenen Richtungen untersuchen, wozu er im Regelfall Fotos der Zähne und des Gesichtes, Röntgenaufnahmen der Zähne und des Kopfes und Gipsmodelle der Zähne benötigt. All diese Prozeduren bereiten keinerlei Schmerzen!

Was passiert wenn ich keine Spange möchte und meine Zähne nicht regulieren lasse?


Sie werden nicht verhungern! Es gibt genügend Speisen auf dem Markt, die man nicht besonders stark kauen muss. Aber Sie werden bemerken, dass schiefstehende Zähne und ein falscher Biss wesentlich schwieriger zu reinigen sind. Dies kann zu verstärkter Karies, geschwollenem und blutigem Zahnfleisch und auch schlechtem Atem führen. Ohrgeräusche, Migräne, Kopfschmerzen, Hörsturz und sogar Fehlhaltungen im Bereich der Wirbelsäule können sich aus Fehlstellungen der Kiefergelenke und der Zähne entwickeln! Ihre Sprachfähigkeit, das Schlucken, Ihre Kieferbewegungen und natürlich auch Ihr Lächeln können negativ beeinflusst werden.

Welche Spangen werde ich brauchen?


Kieferorthopädische Geräte sind entweder fest einzementiert oder herausnehmbar. Herausnehmbare Geräte bestehen aus einer Kunststoffbasis und verschiedenen Metallklammern und Federn und können zur Reinigung herausgenommen werden. Festsitzende Apparaturen sind an den Zähnen festgeklebt bzw. zementiert. Drähte und Gummis bewegen hierbei die Zähne. Der bei Ihnen zum Einsatz kommende Spangentyp hängt davon ab, ob nur Ihre Zähne oder auch Ihre Kiefer reguliert werden müssen.

Was sind Anfangsunterlagen und warum sind sie erforderlich?


Der Kieferorthopäde braucht Anfangsunterlagen als Werkzeug zur Entwicklung eines Behandlungsplans, der genau zu Ihrem Fehlbiss passt. Gipsmodelle werden verwendet, um die Behandlung zu planen und den Fortschritt der Behandlung zu kontrollieren, während Sie eine Spange tragen. Röntgenaufnahmen zeigen, ob Karies vorhanden ist, ob Zähne fehlen und ob Probleme mit den Zahnwurzeln und dem Knochen vorhanden sind. Die Röntgenaufnahme des Kopfes zeigt, ob Probleme bei der Entwicklung der Zähne und der Kiefer zu erwarten sind oder sich schon entwickelt haben. Photos der Zähne, des Gesichtes und des Profils helfen bei der Behandlungsplanung und der Überprüfung des Behandlungsfortschrittes.


Muss ich Zähne ziehen lassen?


Bekomme ich durch eine kieferorthopädische Behandlung Karies?


Wenn Ihre Zähne extrem eng stehen, muss Ihr Kieferorthopäde eventuell einen oder mehrere Zähne entfernen, um Platz zu schaffen. Im Alter von 7 -8 Jahren, also ca. 1- 2 Jahre vor dem unteren Eckzahndurchbruch, ist die Unterstützung des Wachstums derart möglich, daß oft eine Extraktion gesunder Zähne unnötig wird. Dies nennen wir Frühbehandlung. Das Kariesrisiko bei einer kieferorthopädischen Behandlung ist nicht höher als normal, wenn die Zahnputzinstruktionen sorgfältig eingehalten werden. Wir bieten Ihnen eine zusätzliche spezielle Versiegelung sowie eine kieferorthopädisch abgestimmte individuelle Prophylaxe an, um das Karies- und Entkalkungsrisiko nochmals zu minimieren. Wir haben dafür speziell fortgebildete Mitarbeiter.

Müssen die Weisheitszähne entfernt werden?


Dank neuer wissenschaftlicher Forschungsergebnisse setzten sich in den letzten Jahren neue Behandlungsverfahren durch. Wenn am Knochen, an den Nachbarzähnen und an den Weisheitszähnen selbst keine Entzündungszeichen vorliegen und die Zähne nicht quer im Kiefer liegen, sind heute vor allem die ganzheitlich orientierten und die die Kiefergelenksfunktion einbeziehenden Zahnärzte und Kieferorthopäden der Ansicht: „Die Weisheitszähne können drin bleiben!“  Die Weisheitszähne stabilisieren nach Meinung der ganzheitlich orientierten Mediziner die Herzfunktion, die Nierenfunktion, die Immunabwehrfunktion und nach Ansicht der Kiefergelenksspezialisten bei korrekter Lage das Kiefergelenk! Unter Umständen können Sie sich eine Operation mit allen damit verbundenen Risiken und Beeinträchtigungen ersparen. Allerdings sollten beim Belassen der Weisheitszähne die Frontzähne im Ober- und Unterkiefer zusätzlich stabilisiert werden (siehe Punkt Stabilisierung).

Tun Spangen weh?


Nicht in dem selben Ausmaß, wie ein aufgeschlagenes Knie oder ein gequetschter Fingernagel schmerzt. Ihre Zähne fühlen sich anfangs eventuell empfindlich an und das Essen kann ein oder zwei Tage lang schwierig sein. Dieses Gefühl geht langsam zurück und wird bei jedem Arztbesuch weniger. Oft hilft eine Schmerztablette sofort. Wenn das Gerät am Zahnfleisch reibt oder eine offene Stelle entsteht, sollten Sie sofort Kontakt mit Ihrem Kieferorthopäden aufnehmen.

Wie lange muss ich eine Spange tragen?


Das hängt vom Ausmaß der Fehlstellung ab. Ihr Kieferorthopäde kann normalerweise die ungefähre Behandlungsdauer vor Behandlungsbeginn abschätzen. Normalerweise beträgt die Behandlungszeit ca. zwei bis vier Jahre; das ist jedoch nur ein grob geschätzter Zeitraum. Viele Dinge können die Behandlungszeit hinauszögern; es gibt aber auch die Möglichkeit, die Behandlungszeit zu verkürzen - insbesondere durch gute Mitarbeit. Muss ich mit einer Spange einen strikten Diätplan einhalten?
Nicht im Sinne von "Diät". Ihr Kieferorthopäde wird Sie bitten, harte Speisen, klebriges Essen und Bonbons zu vermeiden. Durch diese Dinge kann die Spange brechen oder locker werden, wodurch sich natürlich die Behandlungszeit verlängert. Außerdem erhöht das Essen von Süßigkeiten die Kariesgefahr während einer kieferorthopädischen Behandlung.

Wie oft muss ich während einer kieferorthopädischen Behandlung zum Kieferorthopäden?


Eines der wichtigsten Dinge während einer kieferorthopädischen Behandlung ist das regelmäßige Aufsuchen des Behandlers. Diese Termine bestehen nicht nur aus Kontrollen; hier werden die Spangen angepasst und nachgestellt, was im Schnitt alle vier bis sechs Wochen passiert.

Werde ich eine Stunde brauchen um meine Zähne zu putzen?


Nein. Sie werden nur ein bissen länger brauchen als bisher, besonders in der Anfangszeit, in der Sie noch lernen müssen, wie man die Spange putzt. Wenn Sie sich Ihre Spange ganz genau ansehen, sehen Sie winzige Kanten, an denen das Metall an den Zähnen anliegt. Dieser Bereich sieht für Sie vielleicht sehr klein aus, aber für karieserzeugende Bakterien sind diese Bereiche größer als der Grand Canyon - gerade diese Bereiche sind besonders schwierig zu reinigen. Ihr Kieferorthopäde wird Ihnen genau erklären, wie Sie putzen müssen.

An dieser Stelle zusätzlich ein paar Tipps:
Denken Sie sich eine Methode aus, bei der Sie alle Bereiche der Zähne abdecken. Beginnen Sie zum Beispiel mit den Backenzähnen links oben und reinigen Sie der Reihe nach Ihren Mund bis zum oberen rechten Zahn. Ganz gleich, welches System Sie verwenden, versuchen Sie, dieses System beizubehalten und vernachlässigen Sie Ihre hinteren Zähne nicht. Prüfen Sie anschließend Ihre Zähne im Spiegel, um zu sehen, ob eventuell noch Speisereste in der Spnge hängen geblieben sind.

Kann ich Sport treiben?


Selbstverständlich. Es ist aber immer eine gute Idee, bei jeder Art von Kontaktsport einen Mundschutz zu tragen - mit oder ohne Spange.

Wie halte ich meine Zähne in der neuen Stellung?


Nachdem Sie Ihre Spange herausbekommen haben, sollten Sie noch längere Zeit Haltegeräte tragen, damit die Zähne in der neuen Stellung lange genug gehalten werden, bis sich der Kieferknochen festigt. Beim Essen und Zähneputzen kann man diese Haltegeräte natürlich entfernen. Es ist wichtig, diese Retainer so viel wie möglich zu tragen und gut darauf aufzupassen (mehr Infos im Punkt Stabilisierung).


Wie oft muss ich zu meinem Kieferorthopäden noch gehen, wenn meine Spange entfernt ist?[Stabilisierung]


Am Anfang müssen Sie schätzungsweise alle vier bis sechs Wochen kommen, aber dann verlängern sich diese Intervalle auf vier bis sechs Monate. Der Kieferorthopäde wird Ihre Retainer überprüfen und sicherstellen, dass Ihre Zähne nicht in die alte Stellung zurückwandern. Die meisten Kieferorthopäden überprüfen dies über mehre Jahre.