Kinder ab 3 Jahre

Was sind die häufigsten Gründe für die Behandlung?


Vorstehende Zähne, vorstehender Oberkiefer, zurückliegender oder vorstehender Unterkiefer, Engstand, offener Biss, Kreuzbiss. Häufig haben die Fehlstellungen erbliche Komponenten, ab und zu werden sie aber auch verursacht durch schädliche Gewohnheiten wie Daumenlutschen, Schnuller, frühen Milchzahnverlust infolge Karies und schlechter Zahnpflege oder zuckerhaltiger Getränke oder Speisen.



Wann sollte ein Kind zum 1. Mal bei einem Kieferorthopäden vorgestellt werden?


Frühestens: mit 4-5 Jahren; ideal: mit 7 Jahren


Es empfiehlt sich, die Gebissentwicklung schon in diesem Alter vom Spezialisten kontrollieren zu lassen, da bestimmte Fehlstellungen (=Anomalien) bereits im Milchgebiss und frühen Wechselgebiß korrigiert werden sollten.


Spätestens: mit 9-10 Jahren


Zu diesem Zeitpunkt kann das Kieferwachstum noch günstig beeinflusst werden. In vielen Fällen ist eine Korrektur zu einem späteren Zeitpunkt nur noch mit sehr hohem Aufwand oder überhaupt nicht mehr durchführbar. Ein perfektes Gebiss schenkt die Natur nur wenigen, doch schiefe Zähne sind kein Schicksal! Oft kann man eine langwierige Prozedur ersparen, wenn die Eltern mit ihrem Kind schon mit ca. 7 Jahren zu einem Fachzahnarzt gehen und die Zahnstellung kontrollieren lassen. Schwere Wachstumsstörungen oder massive Engstände können so frühzeitig erkannt werden.


"Feste" oder "lose" Zahnspange?


Ob das Kind eine herausnehmbare oder eine festsitzende Zahnspange bekommt, hängt in erster Linie von der Art der Fehlstellung ab. Es wird immer die Apparatur gewählt, die optimal zur diagnostizierten Zahnstellung passt. In der Regel erfolgt bei Kieferfehlstellung eine lose Zahnspange, bei Zahnfehlstellungen eine feste Zahnspange. Manchmal gibt es Alternativen, die mit dem Kieferorthopäden besprochen werden können.


Wie lange dauert die Behandlung?


Normalerweise sollte das Kind die Spange mehrere Jahre tragen. Selbst wenn es gelingt, die Zähne in die gewünschte Stellung zu bringen, muss die neue Zahnstellung noch einige Zeit stabilisiert werden. Während des Zahnwechsels kommen neue Zähne hinzu, die mit eingeordnet werden müssen. Der zweite Backenzahn kommt mit ca. 12 bis 14 Jahren; dieser sollte vor Abschluss der Behandlung mit eingeordnet werden. Häufig gibt es auch Kurzbehandlungen, wenn nur kleine Fehlstellungen vorhanden sind. Die Dauer ist von einer guten Mitarbeit abhängig.


Welche Kosten werden von einer gesetzlichen Krankenversicherung übernommen?


Da es viele verschiedene Versicherungen und Vertragskonzepte gibt, sollten Sie bei Ihrer Versicherung nachfragen. Im Allgemeinen werden die Kosten bei Kindern entsprechend der Einteilung in das kieferorthopädische Indikationssystem der gesetzlichen Krankenversicherung bei sehr schweren Kieferfehlstellungen, die das Beißen, Sprechen und Kauen erheblich behindern ( Stufe 3-5), übernommen. Sollte dies der Fall sein, erhalten sie von uns nach Erstellung der diagnostischen Unterlagen einen Heil- und Kostenplan, welcher die genauen Diagnosen und Kosten enthält. Diesen müssen Sie bei Ihrer Versicherung einreichen und zu Ihrer Gewissheit die Kostenübernahme bestätigen lassen. Wenn die Behandlung medizinisch begründet ist, werden beim ersten Kind 80 %, beim zweiten Kind 90% der Behandlungskosten sofort übernommen. Nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung erfolgt die Resterstattung. Die Abschlussbescheinigung wird nur vom behandelnden Kieferorthopäden ausgestellt.


Zahlt die Krankenkasse bei Indikation alles?


Die der Krankenkasse in Rechnung gestellten Leistungen müssen laut Gesetzgeber ausreichend, wirtschaftlich und zweckmäßig (auf das Notwendigste begrenzt) sein. Diese vertraglichen Leistungen werden von Ihrer Krankenkasse bezahlt. Darüber hinaus dürfen keine Maßnahmen veranlasst werden. Dem Pflichtversicherten steht nur die Basisbehandlung zu. Das steht im Widerspruch zu der Therapie auf Grund der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Materialien; über diese werden wir sie sehr gern informieren!


Was mache ich, wenn die Kosten nicht übernommen werden?


Keine Angst, Ihrem Kind kann trotzdem geholfen werden. Treffen Sie selbst die Entscheidung, in welchem Rahmen Sie Ihr Kind behandeln lassen wollen. Ich werde mit Ihnen Umfang und Kosten besprechen und bei Bedarf eine bequeme Rateninvestition anbieten.


Wird die Behandlung von der privaten Krankenkasse übernommen?


In der Regel ja! Wegen der vielen Versicherungen und unterschiedlichen Tarife erfragen Sie bitte selbst den Anteil der Erstattung. Einige Krankenkassen und die Beihilfe beschränken die Erstattung.


Kann ich für mein Kind noch mehr tun?


Eine Versiegelung der Zahnoberflächen durch den Kieferorthopäden vor einer festen Zahnspange trägt wesentlich zu gesünderen Zähnen bei.
Sollte das Kiefergelenk in der Erstuntersuchung schon auffällig sein, werden wir Sie informieren.
Wir bieten Ihnen funktionsanalytische Maßnahmen an, um die Kiefergelenke in die Behandlung mit einzubeziehen und spätere Schäden zu vermeiden. Das sind manuelle klinische Untersuchungen der Kiefergelenke nach neuesten wissenschaftlich bestätigten Erkenntnissen und Vermessungen der Modelle im Artikulator. Auch eine Präzisionseinstellung der Zähne zum Ende der Therapie mit Hilfe eines gnathologischen Positioners ist sehr sinnvoll (siehe Stabilisierung). Über weitere Möglichkeiten sprechen Sie bitte mit uns.


Fast unsichtbare Zahnspangen z.B. durchsichtige Brackets und teflonbeschichtete weiße Bögen.


Inwieweit die genannten Maßnahmen bei Ihrem Kind möglich sind und welche Kosten entstehen, kann der Kieferorthopäde in einem individuellen Gespräch mit Ihnen erörtern.


Welche Vorteile habe ich bei freiwilligem Versicherungsstatus?


Wenn Ihr Kind bei Ihnen "freiwillig" versichert ist, besteht die Möglichkeit der Kostenerstattung. In diesem Fall treffen die gesetzlichen Limitationen nur teilweise zu. Es wird in den Rahmenbedingungen einer PRIVATBEHANDLUNG verfahren. Die Kosten der Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse können an die Kassensätze des Jahres 2003 angepasst werden. Sie rechnen mit Ihrer Krankenkasse selbst ab. Oft haben Sie nur einen geringen Eigenanteil und kommen in den Genuss einer optimalen und zugleich individuellen Privatbehandlung.